HCL Lizenzmodell zusammengefasst

Die HCL Lizenzpolitik – einfacher, kundenfreundlicher, preisstabil

Die Verwirrung um die zukünftigen Lizenzkosten für die HCL Digital Solutions Domino, Sametime und Connections war groß. Häufig war aus unberufenen Quellen von einer massiven Preiserhöhung die Rede. Dies war sicher auch der Tatsache geschuldet, dass die Ansprechpartner in Deutschland nicht nahtlos, sondern erst am 1. September von IBM zu HCL wechseln konnten.

Zum Glück für Kunden (und auch uns Partnern) waren es nur Gerüchte. HCL hat vielmehr das erklärte Ziel, die Lizenzmodelle zu vereinheitlichen, zu vereinfachen und – last but not least – plant keine Preiserhöhungen, wie Dr. Thomas Zeizel, Associate Vice President & Head of HCL Software D-A-CH, unlängst in einem interessanten Interview klar gestellt hat.

Hier nun die wichtigsten Informationen über das neuen Lizenzmodell, das HCL planmäßig ab Domino Version 11 in Kraft setzen will. In Zukunft soll dieses Modell dann auch auf alle anderen Produkte angewendet werden.

Software Bereitstellung und Lizenzinformationen über Flexnet*

HCL nutzt Flexnet für Software-Downloads. Wenn Sie einen Lizenzvertrag haben, können Sie jetzt alle Software und Patches vom Flexnet-Server herunterladen. In Zukunft (ab V11) wird Software über den Flexnet-Server bereitgestellt werden. Außerdem wird Flexnet die Anzahl der aktiven Sitzungen pro Unternehmen verwalten.

Der Cloud-basierte Flexnet-Server kann die Zahl der Benutzerlizenzen, die Sie derzeit nutzen, verfolgen und für Sie sichtbar machen. Sollte ein Unternehmen mehr aktive Sitzungen haben als Lizenzen, werden diese nicht automatisch deaktiviert oder gekappt. Es ist vielmehr geplant, die überschüssigen Sitzungen nach einer „Gnadenfrist“ von einem Monat abzurechnen. So sollen Unternehmen in die Lage versetzt werden, entweder die Nutzung entsprechend der Lizenzen herunterzufahren oder aber die Lizenzierung entsprechend der Nutzung anzupassen.

Lizenzierung von Domino und Notes 

IBM handhabte die Lizenzierung von Domino und Notes zweifellos sehr komplex und wenig kundenfreundlich. Als HCL nun ein einfacheres Preismodell angekündigte, hieß das ja erstmal nicht allzu viel, denn komplizierter konnte es kaum werden. Ein weiteres HCL Ziel war es, das Kostenniveau bei Bestandskunden in etwa zu halten. Schauen wir, wie HCL das erreichen will:

Grob kann man nun zwischen Benutzer-Lizenz und Plattform-Lizenz wählen.

Bei der Lizenzierung pro Benutzer kaufen Sie eine Lizenz für jeden Benutzer oder jedes Konto, das auf Ihre Server zugreift, unabhängig vom Zweck und Client. Die Zahl der Benuterlizenzen ist das, was der Flexnet-Server zählen wird. Die Benutzerlizenz ermöglicht den Zugriff auf alle Server oder Anwendungen, die Sie benötigen. Es gibt keine Einschränkungen bei der Server- oder Prozessorauslastung.

Diese Benutzerlizenzen können sowohl monatlich (früher nur bei Cloud-Services) oder als Dauer-Lizenz mit einer S&S-Renewal abgerechnet werden. Die monatliche Abrechnung ist eine gute Option für Kunden ist, deren Benutzerzahlen stark schwanken.

Das Plattform-Modell, das noch sehr stark weiterentwickelt werden soll, lizenzieren Sie Server statt Benutzer. Hierbei wird die Nutzung des Servers betrachtet, nicht jedoch die Zahl der Benutzer, die auf den Server zugreifen. 

So ist beispielsweise im Gespräch, die Nutzung anhand der Anzahl der NSFs auf jedem Server zu messen und die Lizenz könnte mehrstufig berechnet werden (z.B. x hundert NSFs, 1000 NSFs usw.). Im Einzelnen ist dies aber noch nicht abschließend beschlossen worden., Im Plattform-Modell zahlen Sie für die Serverauslastung und nicht für die Benutzeraktivität, aber anders als bei IBM plant HCL die Berechnung per NSF-Instanzen, also wenn Sie 3 Server mit jeweils 5 NSFs haben, dann sind das 15 NSFs aus Ihrem Lizenzpool.

Auch die Plattformlizenz soll monatlich pro NSF-Tier oder als persistente Lizenz mit jährlichem S&S abgerechnet werden.

HCL versucht also, das bisherige Lizenzmodell auf nur zwei Optionen zu verdichten und gleichzeitig Aufwände zur Überprüfung und Abrechnung von Lizenzen für beide Seiten gleichermaßen zu reduzieren (z. B. Vermeidung von Audits, kein kleinteiliges Zählen auf verschiedenen Ebenen etc.).

Interessant ist, dass auch für Kunden, die eine Flexnet-Lizenzüberwachung per Cloud nicht unterstützen können, ein Flexnet-Angebot „on prem“ geben wird, mit dem Lizenzen intern verfolgt und anschließend an HCL gemeldet werden können.

Geplant ist der erste Einsatz der Cloud-basierten Flexnet-Lizenzmaschine zur Benutzerlizenzierung von Domino und Notes V11, die für Q4/2019 angekündigt sind. Die vollständigen Lizenzierungs-Optionen über Flexnet (inklusive on prem) sollen Ende Q1/2020 zur Verfügung stehen. 

Wenn Sie bereits Kunde sind, können Sie heute Ihre bestehenden Lizenzen unter neuen HCL-Artikelnummern weiter verlängern, bisher jedoch nur zu den bereits bestehenden Konditionen.

Wichtig für Kunden, die Notes/Domino immer noch nutzen, aber aus der Wartung ausgestiegen sind: Es wird keine „Strafe“ geben, wenn Sie jetzt wieder in die aktive Wartung einsteigen und auf den neusten Stand ziehen wollen. HCL wird, wie Dr. Thomas Zeizel unlängst im Interview mit dem DV Dialog erklärte, „bei Renewal-Kunden den zuletzt gezahlten Preis zugrunde legen und dann einen Inflationsausgleich aufschlagen.“ Das sei fair, insbesondere, weil man bei HCL auf Re-Instatement verzichte.

HCL hat mehrfach betont, dass es großen Wert auf das Kunden-Feedback legt, so dass möglicherweise in Punkto Lizenzierung noch nicht alles in Stein gemeißelt ist. Auch wir sind immer noch gespannt, auch wenn sich nun, gut 6 Wochen, nachdem auch das Team von IBM zu HCL gewechselt hat, alles zunehmend klarer wird. 

Auch für uns als Partner waren die Wochen, in denen wir Ihnen nicht wie gewohnt sofort und kristallklar sagen konnten, was wie geht und wieviel es kosten wird, nicht sehr befriedigend.

 

* Für etwaige Probleme beim Zugriff auf den Flexnetserver hat HCL ein dediziertes Team zur Verfügung gestellt, das schnell und unbürokratisch hilft. Einfach ein Ticket aufmachen und gut. Unsere Erfahrungen: Mittlerweile dauert es nur noch wenige Stunden bis zur Lösung.

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