IBM Connections Compliance Entry for Mail - Teil 3

Es wäre auch zu schön gewesen

Nach dem allgemeinen Überblick über das Mail-Archivierungs-Add-on (Teil 1) und den ersten Schritten (Teil 2) folgt heute im dritten Teil ein Blick auf das Look&Feel der Anwendung und – ganz wichtig für den europäischen Markt – darauf, WO denn archiviert wird.

In welchem Produkt bin ich denn jetzt gelandet?

Heute möchte ich nahtlos an meinen letzten Beitrag zu diesem Thema anknüpfen. Habe ich nun meine Email-Archivierung abonniert und konfiguriert, dann erwartet mich folgendes Bild nach dem Aufruf des Dashboards:

Daschboard

Was fällt sofort auf?

  • Das Design
    passt so überhaupt gar nicht in das Standard IBM Verse/Connections Design. Eigentlich sollte das ja eine leichte Übung sein, eigentlich… Es scheint auch keine Möglichkeit zu geben, dies zu beeinflussen.
  • Die Sprache
    Englisch … nun prinzipiell nicht schlimm, aber für den deutschsprachigen Benutzer, der sich über eine komplette deutsche Oberfläche in seiner IBM Verse/Connections Oberfläche erfreut, doch eher abschreckend.
  • Der Name
    In der Titelleiste lesen wir „SmartCloud Archive Essentials“ …. War das nicht der alte Name dieses Produktes? Naja, passt zum Copyrighthinweis aus dem Jahre 2015 im unteren Bereich der Seite.

Zumindest wird über einen Button Hilfe angeboten. Schauen wir mal, was sich dahinter verbirgt:

Hilfe ist da, aber für was?

Es wird schnell klar: Diese Hilfe passt nicht zum aktuellen Produkt. Hier werden zum Beispiel 5 Benutzerrollen beschrieben, keine passt vom Wording zu den mir angebotenen eDiscovery Benutzer oder Administrator. Die Release Notes enden mit einem Eintrag vom 05.02.2014, also knapp 3 Jahre alt. Irgendwo finde ich noch den Punkt „Outlook integration“, oh weh, wo bin ich nur gelandet ?!?… .

Dashboard ganz nett, aber bis zu 24h (!) Verzögerung

Wieder zurück zum Dashboard. Wie es sich für ein Dashboard gehört, erhalte sich hier einen Überblick auch über mein Archivsystem:

  • Welche Suchdefinitionen wurden zuletzt erstellt?
  • Wann gab es die letzten Exporte?
  • Wie viele Objekte befinden sich im Archiv?
  • Wie viele Anhänge wurden archiviert?
  • Wer hat sich zuletzt eingeloggt?

 ... und den netten Hinweis: „Please note there can be up to a 24 hour lag between collection and view of objects in the archive.“ Ui, das sollte doch schneller gehen, oder?

Was mir an dieser Stelle fehlt, gerade in Hinblick auf die kleine „Entry“-Version, ist der aktuelle Speicherverbrauch. Zur Erinnerung: In der „Entry“-Version stehen pro Benutzer 3 GB Speicher zur Verfügung, gepoolt, also auf ganze Unternehmen gerechnet.

Ja, wo archivieren sie denn?

Ein Blick in die Adresszeile meines Browser zeigt eine URL, die mit https://archive.ce.collabserv.com beginnt. Laut IBM Notation liegt mein Mail-Archiv also in Central Europe (ce), da wo auch meine Verse-Mails liegen. Beruhigend, oder?

Nun, es gibt Funktionen, wie beispielsweise der Export von Suchergebnissen, die mich per Mail über den Status informieren. Und was da als Mail kommt, ist leider nicht so beruhigend:

 absender

Ein Absender „@sa2m.us“ … wo die Mail wohl herkommt … Antworten bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Immerhin was Europäisches (-eu), oder?

Sonian Inc mit Sitz in Waltham, östlich von Boston im Bundesstaat Massachusetts ist der Hersteller der Archivlösung. Die Screenshots auf deren Homepage sehen übrigens wesentlich frischer aus, als das, was ich hier gerade vor mir sehe.

1.Versuch

Da nun mein Interesse geweckt ist, schaue ich mir doch mal die URL etwas genauer an. Ein DNS Lookup für archive.ce.collabserv.com fördert folgende IP ans Tageslicht: 169.50.149.201. Diese mal schnell bei geoiptool.com eingegeben und, voilà: Kansas in Europa… äh… ach ne: USA?!

 Kansas

2. Versuch

Da solche Tools nicht immer ganz genau sind, ein zweiter Versuch mit ip2location.com mit folgendem Ergebnis:

Sonian

Andere Bundestaat, gleicher Kontinent..

3.Versuch

Dritter Versuch mit keycdn.com: Dito ….

Softlayer

4. Versuch

 Amsterdam

Mit db-ip.com ergibt sich, Bingo!, also doch Europa!?!

Nun gut. Ich habe meine Archiv-Lösung in einem europäischen Rechenzentrum erwartet, nicht nur, weil ich es so bestellt habe, sondern auch, weil mich das die URL (ce) glauben lässt. Ob es denn nun wirklich in Europa ist, mag ich abschließend nicht beurteilen. Aber, eine gehörige Portion Verwirrung und Unsicherheit bleibt.

Mein Fazit: Die Nadel war zu heiß

Wieder zurück zur eigentlichen Anwendung. Diese Lösung scheint mir mit der „heißen Nadel“ an IBM Verse/Connection „drangeflickt“ worden zu sein. Anders kann ich es leider nicht beschreiben. Warum man damit an die breite Öffentlichkeit geht, erschließt sich mir nicht wirklich. Mit ein bisschen mehr Aufwand hätte man eine schöne, aufgeräumte und mehrsprachige Oberfläche schaffen können, die sich sauber in mein IBM Verse/Connections integriert. Wohl zu viel erwartet…

Und dann?

In meinem nächsten Beitrag möchte ich dann doch endlich auf die Kernfunktionalität zu sprechen kommen, das Archivieren von E-Mails.

Teile 1 und 2 zum Nachlesen:

Teil 1: IBM Connections Compliance Entry for Mail - Neu im IBM Connections Cloud Portfolio (https://www.accept-it.de/blog/866-ibm-connections-compliance-entry-for-mail-neu-im-ibm-connections-cloud-portfolio)

Teil 2: IBM Connections Compliance Entry for Mail - Erste Schritte (https://www.accept-it.de/blog/874-ibm-connections-compliance-entry-for-mail-teil2-erste-schritte)

am 02 Februar 2017