Wussten Sie schon: Der erste Bug war eine Motte

Der erste Bug war eine Motte

Und der Rechner ratterte mit bis zu 10 Hertz

Wenn mit Computern etwas nicht klappt, dann wird das gemeinhin als "Bug", also „Käfer, Wanze“ bezeichnet. Im angelsächsischen Sprachraum bezeichnete der Bug bereits im 19. Jahrhundert technische Fehler von Konstruktionen oder Geräten. Der erste dokumentierte Bug der IT-Geschichte wurde indes 1947 gefunden, noch bevor es überhaupt Software gab…

Als die amerikanischen Computer-Experten 1947 im strenggeheimen Harvard-Computer-Labor den Dienst antraten, schnurrte die Mark II wie ein Kätzchen. Trotzdem warf die militärisch genutzte Rechenmaschine nicht die gewünschten Ergebnisse aus. Was war passiert?

Halten wir uns zum besseren Verständnis der damaligen Zeit vor Augen: Es gab keine Monitore zur Ausgabe, keine Tastatur oder Computermaus zur Eingabe. Programme wurden entweder per Kabelschaltung oder Lochkarten appliziert. Der Computer übersetzte alles per Relais in Nullen und Einsen. Strom an gleich 1, Strom aus gleich 0. Zig tausende Relais-Schalter klickten und ratterten ununterbrochen.

Was dort wie ein Kätzchen schnurrte, war also eine nagelneue, meterlange und tonnenschwere, geheime Militär-Rechenmaschine – und die Laborantin Grace Hopper war für das Protokoll zuständig. Damals selbstverständlich noch von Hand auf Papier geführt.

Das Team machte sich auf Fehlersuche. Das Corpus Delicti fand schließlich ein Techniker, der Relais nach Relais unter den Lupe genommen hatte.

Operator: Grace!?
Hopper: Sag bloß, du hast du den Fehler gefunden?!
Operator: Ja, in der Anschlussplatte F, im Relais 70, da war, ich kann's immer noch nicht fassen, das arme Ding… da war eine verdammte Motte!
Hopper: Eine was?
Operator: Eine Motte! So ein blödes Flattertierchen.“

Das war passiert: Die Motte war verbrannt und isolierte den Schalter, so dass dort kein Strom mehr fließen konnte und folglich keine korrekten Ergebnisse mehr erzielt werden konnten.

"First actual case of Bug beeing found", genau diese Worte stehen im Protokoll, das immer noch existiert und als Ausstellungsstück im Smithonian besichtigt werden kann. Inklusive der Motte, die im Relais Nummer 70 gefunden wurde. Seit dem 9. September 1947 ist das tote Tier mit Klebeband im Betriebsprotokoll des Harvard Mark II verewigt.

Quelle:
http://www.deutschlandradiokultur.de/die-motte-ist-schuld-die-geschichte-des-programmierfehlers.976.de.html?dram:article_id=318366

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