Wussten Sie schon: "Killerapplikation" Tabellenkalkulation brachte nicht das große Geld

Vor 40 Jahren: die VisiCalc Story

Wussten Sie schon: "Killerapplikation" Tabellenkalkulation brachte dem Erfinder nicht das große Geld

Im Oktober vor 40 Jahren präsentierte der Entwickler Dan Bricklin erstmals das von ihm entwickelte VisiCalc, ein für den Apple II geschriebenes Tabellenkalkulationsprogramm. Und obwohl es bei der Vermarktung des Apple II eine entscheidende Rolle gespielt hat, hat es Bricklin nicht wirklich reich gemacht.

Tabellenkalkulationsprogramme stehen auch heute noch weithin im Ruf, als Killerapplikation den Siegeszug des PCs ermöglicht bzw. vorangetrieben zu haben. Umso erstaunlicher ist es, dass Bricklin mit seinem VisiCal nicht in einem Atemzug mit Steve Jobs und Apple bzw. Bill Gates und Microsoft genannt wird. 

Bricklin und sein Partner Frankston gründeten 1979 die Firma "Software Arts" für die Entwicklung, während der Vertrieb von VisiCalc durch die Firma "Personal Software" erfolgte. 37,5 Prozent des Händlerverkaufspreises in Höhe von 130 Dollar gingen an die Entwickler von Software Arts. Vom Start bis Ende 1983 konnte man 700.000 Kopien verkaufen, nicht nur für Apple, sondern auch für Tandy- und Atari-Rechner und schließlich für den IBM-PC. 

Mehrere Faktoren führten allerdings dazu, dass VisiCalc und Software Arts ein nachhaltiger Erfolg verwehrt wurde. Zum einen setzte man bei der Entwicklung auf das falsche Pferd, nämlich den floppenden Computer "Lisa", statt den Markt der CP/M-Rechner von Intel zu bedienen. 

Ein weiterer Knackpunkt war der Absprung von Mitch Kapor, der mit seiner neu gegründeten Firma Lotus das Programm „1-2-3“ für den neuen Heimcomputer IBM PC und andere Rechner mit dem Betriebssystem MS-DOS entwickelte und den PC-Markt schnell dominierte. 

Damit kommen wir zur entscheidenden Ursache dafür, dass das ganz große Geld für Bricklin und Frankston ausblieb: Sie patentierten die Ansätze und Methoden ihres Programms nicht und versäumten es auch, rechtzeitig andere Schutzmechanismen für ihre Software zu etablieren. Andernfalls hätten Microsoft oder Apple wahrscheinlich heute noch entsprechende Lizenzgebühren zu zahlen bzw. Konkurrenzprodukte hätten gar nicht so schnell entwickelt werden können.

Quellen:

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Zahlen-bitte-VisiCalc-Tabellenkalkulation-in-32-KByte-4421456.html

htmlhttps://www.spiegel.de/netzwelt/tech/30-jahre-visicalc-excel-urahnen-haben-sich-verrechnet-a-537755.html

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